Portfolio Impressionismus >> James Gill

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JamesGill

James Francis Gill (* 1934 in Tahoka, Lynn County, Texas) ist ein US-amerikanischer Maler der Pop-Art.
Bereits 1962 nahm das New Yorker Museum of Modern Art sein aus drei Tafeln bestehendes Gemälde „Marilyn Triptych“ in seine ständige Sammlung auf. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zog Gill sich dann zurück, um sich erst nach rund 30 Jahren wieder auf der Kunstszene zu zeigen.
Gill wurde 1934 in Tahoka, Texas, geboren. Er wuchs in San Angelo, Texas, auf. Schon in seiner Kindheit förderte seine Mutter, eine Innenarchitektin, seine künstlerische Begabung. In der High School gründete Gill mit Freunden einen Rodeo-Club, um seinen Traum, Cowboy zu werden, zu verwirklichen. Während seines Wehrdienstes arbeitete Gill als Bauzeichner und entwarf Poster. Zurück in Texas setzte er seine Ausbildung am San Angelo College fort und arbeitete für ein Architekturbüro.
1959 folgte ein Studium in Austin an der Universität von Texas, um später im Bereich Architektur-Design in Odessa zu arbeiten. Dann erst konzentrierte er sich auf seine künstlerische Laufbahn.
1962 zog er nach Los Angeles um. Im Gepäck zahlreiche Kunstwerke, darunter „Women in Cars“, die er in der Felix Landau Gallery vorstellte. Im November 1962 erreichte Gill internationale Anerkennung, als das Museum of Modern Art in New York - als Schenkung von John de Ménil und Dominique de Ménil - sein dreiteiliges Marilyn Monroe-Bild „Marilyn Triptych“ in seine Sammlung aufnahm. Seine Zeichnung „Laughing Women in Car and Close-up“ wurde vom Museum of Modern Art zwischen Zeichnungen von Picasso und Odilon Redon gezeigt.
1965 lehrte Gill an der Universität von Idaho Malerei. Seine Werke waren in diesen Jahren oft bedrückend und düster in Farbton und Stimmung. Hauptthema seiner Arbeiten war das gesellschaftliche und politische Zeitgeschehen wie z.B. der Vietnamkrieg. Es entstand eine Serie von Antikriegsbildern, die sich mit zivilen und militärischen Führungspersönlichkeiten auseinandersetzten. Der Schriftsteller William Inge kommentierte: „Gill stellt Personen mit hohem öffentlichem Ruhm dar, die momentan in einer schändlichen Entscheidungslage stecken und dabei sind, ihr politisches oder berufliches Ansehen zu zerstören.“
Ein aus dieser Serie entstandenes Antikriegsbild ist das Werk "The Machines". Die Komposition verbindet formal die Medienberichterstattung der Vereinigten Staaten mit den Kampfbedingungen in Vietnam. Gill erwarb sich als Zeichner einen Ruf für seine Bearbeitung von zeitgenössischen Themen durch fotografisch entstandene Abbildungen. Die Verbindung seiner expressionistischen Technik und seines Graphitstifts ging gegen den damaligen Trend. Auf seine düsteren Graphitstift-Kompositionen reagierte der Schriftsteller William Inge: „Seine Gemälde halten einen Moment der Wahrheit fest, der von bedauerlicher Schönheit ist und erinnerungswürdig macht.“ Damit geht Gill noch weiter als die oft unpolitische Intension der frühen Pop-Art-Strömungen: Durch die Auseinandersetzung seine Bilder bspw. mit dem Vietnamkrieg gewinnen seine Werke eine zusätzliche gesellschaftskritische Dimension, die einen viel weiteren Bogen spannt, als die bloße und vordergründig oft nicht beabsichtigte Kritik der Pop-Art an der Konsumgesellschaft.
1967 zeigte die „São Paulo 9 – Environment USA: 1957–1967“ in Brasilien Gills Kunstwerke zusammen mit Künstlern wie Andy Warhol und Edward Hopper. Diese Ausstellung führte zu Gills Durchbruch in der internationalen Welt der Kunst. Seine Kunstwerke wurden in die Sammlungen bedeutender Museen aufgenommen.
Im gleichen Jahr beauftragte ihn das Time Magazine, den Russen Alexander Solschenizyn zu porträtieren, der gerade aus einem russischen Arbeitslager geflohen war. Gill produzierte das Bild in Form eines vierteiligen Altarbildes. Die Figur verwandelt sich von einem gesichtslosen in einen lächelnden Mann, der seine Freiheit zurückgewonnen hat. Gill: „Jeder Mensch ist ein politischer Gefangener. Ein Gefangener eines Systems, in das er hineingeboren wurde.“
Das Werk hing danach rund fünf Jahre in der Empfangshalle des Time Life-Gebäudes. Gills Quellen kamen immer aus der Gegenwart. Seine Anerkennung als Künstler gründete sich nicht nur auf die Porträts berühmter Persönlichkeiten wie John F. Kennedy, Marilyn Monroe und den Beatles, sondern in großem Maße auf seine Werke, die den politischen Machtapparat und den Krieg an sich in Frage stellten. Ein wichtiges Werk aus dieser Zeit ist Political Prisoner. Die Reihe zeigt die Silhouette einer schwangeren Frau. Ihr Körper ist das Symbol für die Langlebigkeit der Menschen und für die Möglichkeit eines neuen Anfangs einer jeden Generation, befreit von den Fehlern der Elterngeneration. Aber gleichzeitig scheint Gill vorzuschlagen, dass schon das ungeborene Leben gefangen ist: Geboren in den Hexenkessel einer atomaren Familie könnte die junge Generation die unglücklichen Erben der Welt werden, die sie nicht selbst formte, aber durch die sie selbst geformt wurde.

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